Daisetsuzan Nationalpark und Biei – Radtour durch Japan Teil 2

Bevor wir uns mit unseren Rädern Richtung Süden begaben, wollten wir zunächst den größten Nationalpark Japans, Daisetsuzan 大雪山国立公園, und die umliegende Umgebung erkunden. Deswegen sind wir mit einem Mietauto nach Asahidake-Onsen 旭岳温泉, das nordöstlich der Hauptstadt der Präfektur liegt, gefahren.

 

Das Tor zum Daisetsuzan Nationalpark

Asahidake-Onsen ist ein kleines, verschlafenes Dorf, das direkt am Fuße des größten Berges Hokkaidos 北海道 liegt: Asahi-dake 旭岳. Dort gibt es nur ein paar kleine Gasthäuser mit heißen Quellen. Ansonsten nichts. Weder Geldautomaten, noch Geschäfte. Deswegen hatten wir uns bereits am Vorabend in Sapporo 札幌 ausreichend eingedeckt.

Von Asahidake-Onsen kann man mit der Seilbahn zur Station Sugatami 姿見駅 fahren, die auf 1600 m liegt (Asahidake-Onsen befindet sich bereits auf 1100 m).  Je nach Saison kostet die Fahrt nach oben mal mehr oder weniger – wir haben 2900 Yen für Hin- und Rückfahrt bezahlt. Hier sind alle Preise zu finden.

Ab der Station Sugatami gibt es mehrere Wanderrouten durch das Gebiet rund um den Asahi-dake, die übrigens alle Teil des Daisetsuzan Nationalparks sind.

Auch der Berg selbst mit seinen 2290 m kann gut innerhalb eines Tagestrips bestiegen werden, und so machten wir uns mit unseren Rucksäcken auf den Weg nach oben.

 

Besteigung des Asahi-dake

Asahi-dake ist ein aktiver Vulkan. Je höher man kommt, desto mehr verändern sich die Farben des Gesteins. Mal grau, sandig, rötlich, grünlich…all die verschiedenen Facetten zu entdecken, fand ich während des Aufstiegs sehr schön. Daneben blühten die Gräser und Bäume in den unterschiedlichsten Grüntönen. Der Berg ist auch im Herbst ein attraktives Reiseziel für viele Wanderfreunde. Ich kann mir vorstellen, dass der Berg noch einmal eine ganz andere Atmosphäre ausstrahlt, wenn das Grün der Pflanzen durch die Rottöne des Herbstes verdrängt wird.

Ein kurzer klarer Moment, in dem wir vom Berg bis nach unten schauen konnten.

Den Gipfel zu erklimmen fand ich nicht so schwierig. Allerdings war es teilweise etwas rutschig unter all den Steinen. Vom Gipfel aus kann man gleich auf den nächsten umliegenden Berg weiterwandern. Da wir aber nicht so viel Zeit hatten, machten wir uns wieder auf den Weg nach unten.

Leider war der der Tag sehr bewölkt und neblig, weswegen wir die Aussicht nicht allzu sehr genießen konnten. Unsere Tour von der Sugatami Station bis zum Gipfel und zurück hat etwa vier bis fünf Stunden gedauert, inklusive mehrerer Pausen und einiger Stops für Fotos.

Hab‘ bestimmt auch gerade ein Foto gemacht.

Erneut am Fuße des Berges angekommen, hatten wir noch etwas Zeit und sind die übrigen Wanderwege entlang der Station abgegangen – das hat noch einmal etwa 30-60 Minuten in Anspruch genommen. Die Wege sind wirklich sehr einfach und trotzdem bekommt man einen wunderschönen Ausblick auf den Berg (wenn es nicht allzu neblig ist) und auf die kleinen Seen, die überall auf den Wegen verteilt liegen.

Aussicht auf den Sonnenuntergang bei der Station Sugatami

Als die Sonne dann langsam begann unterzugehen, haben wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft in Asahikawa 旭川 gemacht.

 

Ein Blumenmeer

Am nächsten Tag mussten wir unseren Mietwagen wieder abgeben. Deswegen wollten wir zurück Richtung Chitose 千歳 fahren. Zuvor haben wir allerdings noch einen Abstecher bei ein paar Sehenswürdigkeiten in der Nähe unternommen. Wir fuhren dafür mit dem Auto von Asahikawa Richtung Biei 美瑛.

Biei ist eine kleine Stadt, die inmitten wunderschöner Felder und Hügel liegt. Wir sind also nicht direkt nach Biei gefahren, sondern haben etwas das Landleben auf den Straßen abseits der Stadt genossen. Die Landstraßen sind auch bei Fahrradfahrern sehr beliebt!

Unter anderem kann man hier auch Shikisai no oka 四季彩の丘 besichtigen. Hierbei handelt es sich um eine riesige Blumenwiese mit den verschiedensten Arten. Es ist wirklich traumhaft schön und idyllisch. Natürlich ziehen so riesig angelegte Blumenbeete auch einige Touristen an, aber ich empfand es als sehr entspannend zwischen den ganzen Wiesen zu spazieren.

Der Eintritt zu den Blumen ist übrigens frei, man kann aber 200 Yen für ihre Erhaltung spenden.

 

Das eisblaue Wasser

Nachdem wir uns die Blumen ausgiebig angeschaut hatten und uns mit einem kleinen Snack (einer クロッケ um genau zu sein – eine frittierte Krokette) gestärkt hatten, fuhren wir etwas weiter zum Aoiike 青い池.

Das ist ein kleiner blauer See, der so unnatürlich schön wirkt, dass man bei seinem Anblick glaubt, nicht mehr auf der Erde zu sein.

Ich hatte ihn schon vorher auf Bildern im Internet gesehen und dachte mir: „Ja, im Internet sieht sowas doch eh immer viel besser aus als in der Wirklichkeit“, aber was habe ich mich getäuscht. Der Aoiike sieht wirklich wahnsinnig toll aus, und ich hätte ihn mir ewig anschauen können!

Wir sind dann noch zufällig auf einen Wasserfall ganz in der Nähe gestoßen: den Shirahige Wasserfall しらひげの滝, der auch diese unwirkliche Färbung hat.

Danach sind wir dann weiter Richtung Chitose gefahren und sind dort für eine Nacht in einer Unterkunft geblieben.

 

Fazit

Ganz ehrlich? An den beiden Tagen hat mir alles wahnsinnig gut gefallen! Asahi-dake war bisher der schönste Berg, den ich erklommen habe, obwohl wir wirklich fast durchgängig im Nebel hochgegangen sind.

Die Blumenwiese und das blaue Wasser des Aoiike waren einfach so unwirklich schön. Jedem, der Hokkaido besucht, kann ich nur ans Herz legen, diese Sehenswürdigkeiten anzusehen. Mir haben sie durchweg alle gefallen!

2 Kommentare

  1. Andre
    7. September 2017 / 21:44

    Die Bilder! *__* Hokkaido kann schon ziemlich Wahnsinn sein.
    Den „futuristischen“ Eindruck von Sapporo kann ich aber bestätigen, das fühlt sich streckenweise ziemlich nach Cyberpunk an.

    Bei Milky Way waren wir übrigens auch. 😀

    Gutes Radeln und vielen Dank für die Eindrücke!

    • Tiffany ティファニー
      Autor
      8. September 2017 / 2:53

      Danke Andre 😊

      Bisher gefällt mir Hokkaido richtig gut und ich wünschte nun, ich hätte mehr Zeit mir auch noch die anderen Nationalparks anzusehen. Aber vielleicht ist das einfach ein guter Grund um irgendwann noch mal wieder herzukommen!

      Oh, Milky Way! Sehr gut!! Jetzt hab ich wieder Lust dort ein Eis zu essen 😄

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