Hakodate – Radtour durch Japan Teil 5

Hakodate 函館 liegt direkt am Meer der Südspitze der Präfektur Hokkaido 北海道 und sollte unser letztes Ziel auf der nördlichen Insel sein.

In der Stadt gibt es einen Hafen sowie den Seikan-Tunnel 青函トンネル, den längsten Tunnel der Welt. Dieser verbindet Hokkaido mit Honshū, der Insel, auf der auch Tokio, Kyoto und Osaka liegen.

Doch bevor wir unsere Reise fortsetzten, wollten wir uns zunächst die drittgrößte Stadt Hokkaidos anschauen.

 

Der sternenförmige Park

Unsere erste Anlaufstelle war der Goryō-kaku-Festungspark 五稜郭公園, den wir von unserer Unterkunft mit dem Fahrrad ansteuerten. Der Park ist jedoch auch gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

In dem Park thronte einst Japans erste Festung im westlichen Stil. Von dieser Festung ist aber leider nicht mehr viel übrig. Stattdessen findet man sich in einem gepflegten Park, der von den alten Burggraben umrundet wird, wieder. Das Grundstück hat übrigens die Form eines Sternes. Wenn man sich selber im Park befindet, sieht man davon natürlich nicht so viel.

Die Karte des Parks.

Gleich neben dem Park befindet sich jedoch ein Aussichtsturm, der einem einen Blick auf die Form gewährt. Wir sind allerdings nicht hochgefahren, weil wir etwas Geld sparen wollten.

 

Sind wir noch in Japan?

Nach unserem kleinen Spaziergang im Park schnappten wir unsere Räder und fuhren weiter. Dieses Mal verschlug es uns in das Viertel Motomachi 元町.

Je näher wir diesem Stadtteil kamen, desto mehr veränderte sich die ganze Atmosphäre. Alles wirkte so westlich! Wir hatten beide sofort das Gefühl gar nicht mehr in Japan zu sein, sondern in einer Altstadt in Deutschland!

Noch gerade eben fuhren wir durch eine typisch moderne japanische Stadt und plötzlich waren wir umringt von alten ausländisch anmutenden Wohnhäusern, Kirchen und einer süßen, kleinen Straßenbahn, die sich ihren Weg durch die Stadt bahnt (und ganz anders wirkte, als die sonst so präsenten U-Bahnen und Schnellzüge).

Da sich Hakodate als eine der ersten Hafenstädte für den internationalen Markt öffnete, siedelten sich hier auch viele Ausländer an. Daher finden sich in der Stadt auch so viele für Japan sonst ungewöhnliche Gebäude wieder.

Der Stadtteil ist auf jeden Fall sehr charmant und ein guter Kontrast zum Rest der Stadt.

 

Der Berg ruft

Das Viertel Motomachi liegt direkt am Fuße des Berges Hakodate 函館山. Die Spitze sollte unser nächstes Ziel werden.

Da wir nicht mehr so viel Zeit hatten, sind wir mit der Seilbahn hochgefahren, anstatt zu Fuß zu gehen. Ein Ticket für Hin- und Rückfahrt kostet 1200 Yen. Vom Bahnhof aus fahren auch Busse den Gipfel an. Wer die Stadt mit einem Auto besucht, kann auch direkt selber rauffahren.

Die Fahrt dauert nur ein paar Minuten und dann ist man schon oben! Wir sind ca. eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang hochgefahren, weil wir diesen von oben betrachten wollten. Die Idee hatten auch einige andere… es war wirklich sehr voll! An den Geländern, von denen man einen Blick auf die Stadt sowie die Bucht werfen konnte, waren überall Menschen, die vermutlich noch viel früher hochgekommen waren um den kommenden Anblick zu genießen.

Ausblick auf die Stadt und die Bucht.

Wir fanden schließlich noch einen Platz hinter einem kleinen Ehepaar, über das wir hinüberschauen konnten (zum Glück sind wir beide größer als die meisten Japaner), knipsten ein paar Fotos und warteten.

Es kamen immer mehr Menschen, die auch den Sonnenuntergang von hier oben betrachten wollten.
Wir warteten allerdings nicht bis zur kompletten Finsternis ab, weil wir keine Lust hatten ewig auf die Seilbahn nach unten zu warten (es war wirklich voll!). Außerdem fand ich die Aussicht so schon schön genug. Wir drängelten uns also durch die Menschenmassen zurück und warteten dann nur ca. 10 Minuten auf die nächste Fahrt.

Unten auf dem Bild sieht man die Kirchen aus dem Viertel Motomachi.

Unten angekommen schnappten wir unsere Räder und fuhren nach Hause um unsere Sachen zu packen. Denn am nächsten Tag sollte unsere Reise schon weiter gehen!

 

Fazit

Hakodate ist eine schöne kleine Hafenstadt mit vielen ausländischen Einflüssen. Eine tolle Abwechslung zu den bisherigen Städten in denen wir waren!

Das Viertel Motomachi hat mir wirklich gut gefallen. Die Häuser waren sehr hübsch! Dort wäre ich gerne noch etwas länger spazieren gegangen.

Die Aussicht vom Berg Hakodate hat mir auch gefallen. Die Aussicht auf die ganze Stadt und die Bucht war super! Es waren echt viele Menschen da. Im Vergleich war unser Besuch auf dem Berg Moiwa 藻岩山 in Sapporo 札幌 (von dort haben wir auch die Stadt überblicken können) etwas entspannter. Allerdings sind wir dort auch erst nach Einbruch der Dunkelheit angekommen… wahrscheinlich ist es zum Sonnenuntergang ähnlich überfüllt.

Im Nachhinein wäre ich vielleicht doch noch auf den Turm nahe des Goryō-kaku-Festungsparks gegangen. Der Park ist schön, aber das Interessanteste ist eigentlich die Sternenform und die konnten wir so gar nicht sehen. Der Park ist leider auch nicht vom Berg Hakodate aus sichtbar, was ich mir ein bisschen erhofft hatte. Ansonsten ist der Park für einen kleinen Spaziergang ganz nett, aber nicht unbedingt ein Muss.

2 Kommentare

  1. Schlomo
    21. September 2017 / 22:07

    Die Fotos von Hakodate sehen cool aus! Aber gar nicht so wie ich Japan kennengelernt habe 😮

    • Tiffany ティファニー
      Autor
      25. September 2017 / 13:22

      Ging mir auch so! Es hatte seinen ganz eigenen Charme 🙂

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