See Towada – Radtour durch Japan Teil 9

Unser letzter Ausflug in der Präfektur Aomori 青森 stand an! Heute sollte es von unserer Unterkunft in Hirakawa 平川 Richtung Osten gehen.

Geplant war ein kleiner Roadtrip mit unserem Mietwagen bis in die Hafenstadt Hachinohe 八戸. Von dort wollten wir dann unsere Radreise fortführen.

 

Schmuddelwetter und ein dampfender Hintern

Das Wetter war an diesem Tag alles anderes als berauschend. Zum Glück saßen wir gemütlich in unserem Auto und konnten haben die Sehenswürdigkeiten im Warmen genießen. Naja, also zumindest dann, wenn man sie auch sehen konnte.

Es war ein sehr regnerischer Tag und die ganze Landschaft lag inmitten von dicken Nebelschwaden.

Auf unserem Weg Richtung Osten sind wir auf der (eigentlich) wunderschönen Jogakura Brücke 城ヶ倉大橋 entlanggefahren und haben nichts sehen können.

Eigentlich soll man von hier aus einen wunderbaren Blick auf Flüsse und Bäche haben, die sich ihren Weg durch die bewaldeten Gebirge suchen, aber Pustekuchen.

Also fuhren wir weiter, und kamen ein paar Minuten später zum Jigoku-numa 地獄沼, einem eisblauen Kratersee mit 90 °C heißem Wasser – hier legten wir einen kleinen Zwischenstopp ein.

Die Farbe auf dem Foto wird dem See nicht ganz gerecht. Ich schieb‘ die Schuld mal auf das Wetter und nicht auf meine Fotografie-Skills.

Wir wollten gerade weiter, als uns ein Wanderer darauf aufmerksam machte, das ganz in der Nähe eine heiße Bank sein sollte. Heiße Bank? Wir waren uns unsicher, ob wir den Japaner richtig verstanden hatten, aber hey, was hatten wir schon zu verlieren. Und so folgtem wir einem kleinen Pfad Richtung der „heißen Bank“.

Nach einem kurzen Spaziergang fanden wir schließlich wirklich eine Bank – die Manju-fukashi まんじゅうふかし, was übrigens wortwörtlich „dampfender Hintern“ bedeutet.

Immer eine gute Idee mit Brille im Regen umher zu laufen.

Diese Holzbank wird durch eine umliegende Quelle mit 95 °C heißem Wasser erhitzt und soll gegen eine schlechte Durchblutung und Rückenschmerzen helfen. Also zumindest gegen die Kälte hat sie gut geholfen!

 

Wälder, Wasserfälle und ein traumhafter Fluss

Unser nächstes Ziel war der Fluss Oirase 奥入瀬川, einer der Sehenswürdigkeiten im Herbst! Der Oirase verläuft inmitten eines wunderschönen dichten Waldes, der sich im Herbst in den verschiedensten Farbtönen präsentiert. Leider waren wir dafür etwas zu früh dran (das Herbstlaub ist hier ab etwa Ende Oktober zu sehen).

Wie fotografiert man eigentlich einen Wald? Sollte mich da mal schlau machen.

Trotzdem war die Umgebung atemberaubend und der Wald drumherum wirklich beeindruckend! Ich kann mir gut vorstellen, dass das Herbstlaub viele Touristen anzieht.

Entlang des Flusses erstreckt sich ein schöner, leichter Wanderweg. Es gibt viele Stellen, von denen aus man einen wunderbaren Blick auf den Oirase und auch auf umliegende Wasserfälle bekommen kann.

Der Fluss Oirase.

Auch, wenn das Wetter heute sehr schlecht war, haben wir dutzende Reisende ausmachen können, die die Schönheit der Natur zu Fuß auf sich haben wirken lassen.

Die Straße verläuft auch direkt am Fluss, sodass diese und der Wanderweg sich oft kreuzen… sicherlich nicht besonders angenehm für die Wanderer, wenn ständig Autos an ihnen vorbeibrettern.

Der Wasserfall Kumoino 雲井の滝.

Allerdings wird die Straße teilweise während der Hochsaison im Herbst für die Autos gesperrt.

Wir wählten heute den bequemen Weg und sind nur ab und zu mal kurz für ein paar Fotos aus dem Auto ausgestiegen.

 

Der See im Nebel

Der Fluss Oirase mündet in den See Towada 十和田湖, dem größten Kratersee auf der Insel Honshū 本州. Dies war unser nächstes Ziel!

Als wir ankamen klarte das Wetter langsam auf. Wir parkten unseren Mietwagen und machten uns auf den (kurzen) Weg zum See.

Besonders beliebt bei den Touristen ist eine Bootstour, aber da es gerade erst aufgehört hatte zu regnen, war außer uns fast niemand am See und schon gar nicht auf dem See.

Wer braucht schon Schwanboote, wenn es Dinoboote gibt?

Noch immer versank alles im dichten Nebel, aber irgendwie tauchte er den dritttiefsten See Japans dadurch in eine ganz besondere Atmosphäre. Normalerweise ist der See sehr blau und klar – heute allerdings wirkte er dunkel, leer und mysteriös.

„The Maiden Statue“ von Takamura Kōtarō 高村 光太郎

Wir wanderten ein wenig um den See und haben uns auch einen kleinen Waldpfad näher angesehen. Dort lag etwas versteckt der Towada-Schrein.

Nachdem wir uns ein wenig umgesehen hatten, führten wir unsere Tour fort, und fuhren schließlich nach Hachinohe, wo wir unseren Mietwagen wieder abgaben.

 

Fazit

Abgsehen vom Wetter (obwohl dieses den Towada-See wirklich sehr schön hat aussehen lassen) hat mir der Tag sehr gut gefallen.

Den Jigoku-numa muss man sich meiner Meinung nach nicht unbedingt ansehen. Da gibt es schönere Seen. Die heiße Bank fand ich allerdings ziemlich cool!

Der Wald um den Fluss Oirase war auch ohne sein Herbstgewand wirklich wunderschön. Die Wanderung durch das Gebiet hätte mir sicherlich gut gefallen, leider fehlte uns dafür die Zeit an dem Tag.

Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass es beim Wandern etwas nervt, wenn ständig Autos an einem vorbeifahren. Das zerstört ein wenig die Atmosphäre bei so einer Wanderung.

Ein weiterer Besucher beim Towada-See.

Der Towada-See war wirklich schön! Ich denke aber, dass vieles am gerade aufklarenden Wetter lag. Ich weiß nicht, ob er mich ansonsten so beeindruckt hätte. Wenn man sich eh den Oirase anschaut, kann man aber auch einen Abstecher zum See wagen.

2 Kommentare

  1. Schlomo
    10. Oktober 2017 / 20:03

    Wie mystisch das ganze wirkt! Das erste Foto ist super schön! 🙂
    Ich möchte mehr Fotos von euch sehen! 🙂

    • Tiffany ティファニー
      Autor
      11. Oktober 2017 / 6:56

      Das erste Foto mag ich auch besonders! Danke 🙂

      Versuche mich zu bessern mit den Fotos! 🌝

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