Mein Fahrrad

 

 

Neben meinem ganzen anderen Gepäck werde ich mit einem Fahrrad nach Japan gehen. Warum?

Ich möchte flexibel sein.

Mal eben zum Supermarkt düsen oder zum nächsten Tempel radeln. Ohne an irgendwas gebunden zu sein. Das ist für mich die ultimative Freiheit und darum geht es mir bei meiner Reise. Ich will einfach drauf losfahren und nur auf mich hören!

Ich möchte Kosten sparen.

Mietautos, Bus und Bahn sind auf Dauer sehr kostspielig. Warum dann nicht einfach auf ein Rad steigen und gratis an den nächsten Ort fahren um Neues zu entdecken?

Ich möchte langsam reisen.

Ich möchte meine Umgebung intensiv genießen. Das kann ich am besten, wenn ich mir Zeit lasse und langsam alles um mich herum erkunde. Mit dem Fahrrad bin ich mittendrin und kann all die neuen Eindrücke in mich aufsaugen!

 

Mich hat außerdem ein bestimmter Charakter aus einem Anime zu einer Radreise durch Japan inspiriert.

Ich finde die Vorstellung mit meinem Fahrrad durch das Land der aufgehenden Sonne zu reisen einfach wahnsinnig romantisch und vielleicht lerne ich auch das eine oder andere in der Schule des Lebens.

 

Na, wisst ihr wen ich meine?

 

Mit welchem Fahrrad bereise ich Japan?

Meine Wahl fiel auf das Brompton. Es handelt sich dabei um ein Faltrad einer englischen Marke.

Brompton ist für mich und meine Wünsche perfekt! Es kann wahnsinnig schnell sehr klein gefaltet werden. Die Maße sind in diesem Zustand 58,5 x 56,5 x 27 cm. Anfangs bedarf es etwas Übung, aber mittlerweile falte ich mein Fahrrad in wenigen Sekunden und bin sofort startklar!

Dadurch bin ich extrem flexibel. Ich kann mein Brompton überall mit hinnehmen: ins Flugzeug, in die Bahn und auch in superwinzige Wohnungen inmitten von Tokyo!

Und das beste daran: wenn ich es beispielsweise mit in den Zug oder in den Bus nehme, muss ich nichts dafür bezahlen!

Ich habe mich außerdem für ein Faltrad entschieden, weil in den japanischen Zügen nur Fahrräder mitgenommen werden dürfen, die eingepackt sind. So ein großes Rad bekommt man nicht mal eben so schnell in eine Tasche! Das müsste man erst einmal auseinander nehmen. Brompton bietet hier auch passende Taschen für seine Fahrräder an: entweder mit Rollen und Tragegurt oder ganz einfach als Überwurf. Sehr praktisch!

Das Fahrrad kann zudem noch durch das passende Gepäcksystem erweitert werden. Vorne am Rahmen des Brompton kann ein Trägeblock befestigt werden, an dem verschiedene Taschen festgeklemmt werden können.

Das Coolste kommt aber zum Schluss: Das Fahrrad kann nach den eigenen Vorstellungen personalisiert werden! Vorallem deswegen fiel meine Wahl auf Brompton.

 

Die Einstellungen meines Bromptons

Ich werde mit meinem Brompton nicht nur zur nächsten Touristenattraktion fahren. Nein, ich habe auch eine Tour durch ganz Japan geplant! Ich möchte von September bis Dezember 2017 von Norden nach Süden fahren.

Ich habe vor dem Kauf viel im Internet nach verschiedenen Einstellungen des Bromptons gesucht. Da Falträder normalerweise für den alltäglichen Stadtverkehr gedacht sind, war ich mir anfangs sehr unsicher, welche Eigenschaften mein Brompton für so eine Tour haben muss.

Meine Überlegungen und bisherigen Erfahrungen möchte ich hier nun teilen. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen bei seiner Entscheidung.

Lenker

Ich habe den P-Lenker genommen. Nach vielen Recherchen ist dies wohl eher ein selten genutzter Lenker. Er ist für längere Touren gedacht, da er verschiedene Positionen der Hand erlaubt. Im Alltag ist diese Eigenschaft nicht zwingend notwendig. Ich habe mich dafür entschieden, weil ich meine Hände nach einiger Zeit einfach anders abstützen muss. Da ich das Fahrrad nun auch schon eine Weile habe, kann ich auch bestätigen, dass dieser Lenker aus meiner persönlichen Sicht keine Fehlentscheidung war. Ich finde ihn sehr bequem! Besonders bei längeren Touren.

Der P-Lenker ist allerdings auch der schwerste. Wer auf das Gewicht seines Fahrrads achten möchte, sollte sich eventuell doch für einen anderen Lenkertypen entscheiden.

Rahmenmaterial

Hier habe ich Stahl genommen. Es gibt auch noch Titan, das noch leichter ist, allerdings auch einen saftigen Aufpreis hat. Der Preis war es mir dann doch nicht wert.

Gangschaltung und Übersetzung

Ich habe mich für 6 Gänge an meinem Brompton entschieden. Im Stadtverkehr nicht unbedingt erforderlich, aber auf längeren Reisen von Vorteil! Japans Landschaft besteht aus über 70% Gebirge. Das ist nicht zu vergleichen mit den Straßen in Norddeutschland. Daher wollte ich möglichst viele Gänge an meinem Fahrrad, um die Steigung zu bewältigen.

Während meiner Internetrecherche bin ich immer wieder darauf gestoßen, dass viele Leute, die mit ihrem Brompton längere Touren unternommen haben eine geringere Übersetzung genommen haben. Kurz gesagt bedeutetet das, dass die Gänge leichter zu treten sind, als mit normaler oder längerer Übersetzung. Ich habe mich dagegen entschieden. Ob das eine gute Idee war, wird sich noch herausstellen.

Im Stadtverkehr denke ich mir mittlerweile, dass mir ein unterer Gang fehlt. Eine kürzere Übersetzung hätte das Problem wahrscheinlich behoben. Aber nun habe ich mich für die Standardübersetzung entschieden. Ich werde berichten, ob die geringere Übersetzung doch besser gewesen wäre. Marcel hat sich dafür für diese entschieden und hat eine Übersetzung von -12%.

Federung

Ich habe die Standard-Federung gewählt. Laut Brompton ist die ausreichend, wenn man unter 80 Kg wiegt und nicht besonders aggressiv fährt.

Gepäckträger, Schutzblech und Luftpumpe

Alles obligatorisch auf einer längeren Radtour.

Ich werde mit zwei Gepäckstücken und meinem Fahrrad reisen. Mein Hauptgepäcksstück (mein 40-Liter-Rucksack) wird auf meinem Gepäckträger befestigt.

Und so oft wie ich durch Schlamm fahre (unbeabsichtigt natürlich), musste das Schutzblech einfach her.

Sattel und Sattelhöhe

Ich habe mich für den Standard-Sattel und die Standard-Höhe entschieden. Ich bin 1,71 cm groß und die Sattelhöhe ist für mich vollkommen ausreichend. Es gibt noch zwei größere Ausführungen: Lang und Teleskop. Ich denke, so ab 1,80 cm sollte man sich überlegen, ob man sich für eine längere Sattelstütze entscheidet.

Reifen

Bei den Reifen habe ich mich auch für die Standard-Ausführung entschieden. Bisher bin ich auch zufrieden mit Brompton Kevlar.

Licht

Es gibt hier verschiedene Ausführungen zur Auswahl. Ausschließlich Reflektoren oder das Batterielicht-Set kamen für mich nicht wirklich in Frage. Ich möchte auch die Möglichkeit haben abends zu fahren und möchte mich dabei nicht großartig um mein Licht kümmern müssen. Ich habe den Shimano Nabendynamo genommen, aber es gibt noch eine hochwertigere Wahl: den SON Nabendynamo. Allerdings auch hier wieder mit einem saftigen Aufpreis. Das war es mir nicht wirklich wert. Ich finde den Shimano Nabendynamo absolut ausreichend.

Farbe

Bei der Erstellung seines eigenen Bromptons kann man zwischen vielen verschiedene Farben auswählen. Dabei kann man sogar zwei unterschiedliche Farben gleichzeitig nehmen: eine für den Hauptrahmen und eine für Gabel und Hinterbau.

Einige Farben haben keinen Aufpreis. Das war mir allerdings nicht so wichtig. Ich finde die Farbauswahl von Brompton sehr schön und habe mich für meine Favoriten (auch mit Aufpreis) entschieden: Cherryblossom für den Hauptrahmen und Turkish Green für Gabel und Hinterbau.

Ich bin super zufrieden und liebe die Kombination der beiden Farben! Die meisten Leute, die ich treffe, sind genauso begeistert von der Auswahl wie ich! Das freut mich natürlich um so mehr!

Einziger Nachteil dabei ist, dass die beiden Farben relativ hell sind und man dadurch den Dreck sehr schnell sieht.

 

Marcels schwarzes und mein zweifarbiges Brompton 🖤

 

Ich habe mir sehr viele Gedanken darüber gemacht, welches Fahrrad ich nehme und welche Ausstattung ich benötige. Vielleicht hilft euch das, wenn ihr auch gerade über ein Reiserad nachdenkt!

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