Japanisch lernen

 

Bevor ich für ein Jahr nach Japan gehe, war mir klar, dass ich auch Japanisch lernen möchte. Durch die Sprache möchte ich mir einen Zugang zur japanischen Kultur erschaffen.

Da ich bereits dreimal in Japan war, weiß ich, dass man dort als Tourist auch mit Englisch recht gut klar kommt, vorallem wenn man sich in den Großstädten aufhält. Alles ist leserlich ausgeschildert, im Hotel sprechen die Angestellten Englisch und im Restaurant kann man auf das Gericht zeigen, das man gerne essen möchte.

Allerdings können viele Japaner, die nicht durch ihren Job dazu gezwungen sind, nicht besonders gut Englisch oder sie trauen sich einfach nicht eine Fremdsprache zu sprechen. Besonders in ländlichen Gegengen wird es schwierig ohne Japanischkenntnisse zurecht zu kommen. Da ich aber auch gerne den Alltag dort erleben möchte, brauche ich zwangsweise Kenntnisse in der japanischen Sprache.

Ich möchte mich vor Ort unterhalten können und auch die Möglichkeit haben zu arbeiten.

Deswegen fing ich knapp 9 Monate vor Abflug an mir die Sprache beizubringen. Ich habe übrigens im Selbststudium gelernt.

 

Aber wie fange ich an?

Diese Frage stellt sich wohl anfangs jeder.

Wir alle kennen das Sprichwort: viele Wege führen nach Rom. So ist das auch bei dem Erlernen einer Sprache. Ich teile hier meine Erfahrungen und Erkenntnisse und vielleicht helfen diese dem einen oder anderen auch dabei diese wunderschöne Sprache zu erlernen!

Begonnen habe ich mit den Silbenschriften Hiragana und Katakana  (kurz Kana) sowie deren Aussprache.

Hiragana besteht aus 46 Zeichen und wird für japanische Wörter genutzt, die nicht aus Kanji gebildet werden und für die Grammatik.

Katakana besteht ebenfalls aus 46 Zeichen und wird für ausländische Begriffe oder Namen und zum Hervorheben von Wörtern genutzt.

Das klingt erstmal viel. Ist es aber gar nicht! Ich habe anfangs vielleicht jeden Tag für fünf Minuten die Schriftzeichen gelernt und war dann nach ca. 14 Tagen damit durch (und ich vermute fast, dass ich etwas langsam war).

Ich habe die Zeichen durch Assoziation gelernt. Das heißt, mit dem Schriftzeichen wird eine kleine Geschichte verbunden, um sie sich so besser merken zu können.

Mir gefällt diese Lernmethode einfach viel besser als stumpfes Auswendiglernen. Wer auch Lust hat sich so die Kana beizubringen kann das mit „Die Kana lernen und behalten Teil 1: Die Hiragana / Teil 2: Die Katakana“ von James W. Heisig tun!

Vokabeln und Grammatik

Okay, die Kana konnte ich dann also. Und jetzt? Wie mache ich weiter? Mit dem bisher Gelernten kann ich tatsächlich leichte Texte in Japanisch lesen. Verstehen aber leider noch nicht.

Dafür muss ich zunächst Vokabeln und Grammatik lernen.

Ich habe dazu im Internet etwas recherchiert. Ich habe mich letztendlich für die Bücher „Japanisch Schritt für Schritt Band 1 und 2“ entschieden.

Die Bücher sind relativ neu auf dem Markt und deswegen gab es noch nicht so viele Rezensionen wie zu anderen Werken.

Letztendlich kann ich aber sagen, dass ich sehr zufrieden bin!

In Band 1 lernt man die 46 Hiragana, 45 Kanji sowie einfache Vokabeln und gängige Grammatik.

Da ich die Hiragana schon vorher gelernt habe, konnte ich diesen Teil überspringen. Was ich allerdings schade finde ist, dass die Hiragana in dem Buch erst nach und nach eingeführt werden und die Lektionstexte sowie die Aufgaben in Rōmaji („unsere Schrift“) geschrieben sind.

Dadurch habe ich erst, nachdem alle Hiragana in dem Buch vorgestellt wurden, angefangen diese auch tatsächlich zu schreiben. Einige Zeichen hatte ich währenddessen auch wieder vergessen.

Ein anderer Nachteil ist, dass ich die Aussprache zum Teil nicht ganz richtig getroffen habe, wenn Worte in Romaji geschrieben waren. Das kommt daher, dass wir mit unseren Buchstaben eine andere Aussprache assoziieren.

Allerdings ist das nur ein kleiner Nachteil des Buches. Der Großteil ist dann in Hiragana und Kanji geschrieben.

In Band 2 geht es dann mit den Katakana und 60 weiteren Kanji weiter. Außerdem lernt man weitere Vokabeln und noch mehr über die Grammatik.

Hier hatte ich ähnliche Probleme wie bei Band 1. Dadurch, dass ich im Vorfeld schon die Katakana gelernt habe und diese dann erst in Band 2 nach und nach ihren Auftritt hatten, habe ich in der Zwischenzeit sehr viele Zeichen vergessen. Allerdings kann kann man die Zeichen sehr schnell erneut lernen, wenn man sie einmal durch Assoziation drauf hatte.

Ansonsten bin ich von den Büchern sehr begeistert und ich konnte gut damit lernen! Die Lektionen sind kurz gehalten und haben abwechslungsreiche Aufgaben. Ich habe auch viele nützliche Vokabeln gelernt, mit denen sich schon von Anfang an leichte Sätze sagen lassen. Außerdem finde ich, dass die Grammatik sehr gut erklärt und anhand von Beispielen und Aufgaben vertieft wird.

Die Buchreihe erklärt dem Lernenden die Sprache sehr spielerisch und es hat sich für mich nicht nur nach trockenem Auswendiglernen angefühlt. Ich hatte sehr viel Spaß beim Durcharbeiten und kann die Bücher jedem Anfänger wärmstens empfehlen!

Band 1 und 2 dienen übrigens als Vorbereitung für den Japanese Language Proficiency Test Stufe N5 (JLPT N5).

 

Da fehlt doch noch was!

Ja, die guten Kanji

Kanji sind chinesische Schriftzeichen mit einer Bedeutung und mehreren Lesungen. Es handelt sich bei ihnen nicht um Lautzeichen (wie unsere Buchstaben oder die Kana), sondern um Symbole. Zum Allgemeinwissen gehören ca. 2.000 Zeichen.

In den beiden Büchern „Japanisch Schritt für Schritt“ werden auch Kanji behandelt. Allerdings hatte ich dabei so meine Probleme.

Anfangs habe ich neue Kanji immer und immer wieder aufgeschrieben und versucht, sie mir so zu merken. Das hat jedoch nicht ganz geklappt. Ich habe die Kanji immer wieder vergessen. Dann habe ich aufgehört sie zu Lernen.

Zumindest mit den Büchern „Japanisch Schritt für Schritt“.

Ich erinnerte mich daran, dass ich mir die Kana über Assoziation gut merken konnte. Und so bestellte ich mir „Die Kanji lernen und behalten 1“ von James W. Heisig.

In diesem Buch erlernt man ebenfalls durch kleine Geschichten einzelne Kanji und deren Bedeutung. Die Lesung lernt man allerdings getrennt davon mit Band 2.

In dem Buch werden einem die gebräuchlichen Alltags-Kanji gelehrt: ca. 2.000. Stück. Ich habe momentan gerade mal 150 von ihnen gelernt. Bisher kann ich aber bestätigen, dass für mich die Lernmethode der Assoziation um einiges erfolgreicher ist als die des alleinigen Auswendiglernens.

Ich habe es mir zum Ziel gemacht die übrigen Kanji innerhalb meines Jahres in Japan zu lernen. Ich werde über meine Fortschritte berichten.

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